Sonntag Aug 29, 2010
Abwarten
Wie ich bereits berichtete: Mein Rosenbohrerkavalier hat im Wartezimmer zu den üblichen Nachrichtenmagazinen allerlei ungewöhnlichere Zeitschriften (z.B. Golfpunk) ausliegen. Dort gibt es auch BrandEins, ein irgendwie erfrischend "anderes" Wirtschaftsmagazin.
Damit kann man mich eigentlich immer locken, da da so interessante Berichte wie der über die Herstellung der Trippen drin sind. (Der geneigte, weitgereiste Leser weiß natürlich nicht nur, dass man mit Trippen vielleicht auch über aufgebrochenen Asphalt schlendern könnte, sondern auch, dass eine Schuhherstellerfirma diesen Namen ebenfalls trägt.)
Bei meinem letzten Besuch im Wartezimmer konnte ich aber hocherfreut einen Bericht (Artikel-Link) über Paraplüsch (Website - undbedingt auf 'Spiel' klicken) lesen! Fein ist, dass man die armen, misshandelten Kuscheltiere auch adoptieren kann...
Sonntag Aug 22, 2010
Gruppenbild mit Dame
Die letzten Tage waren sehr schön, was vielleicht daran gelegen haben könnte, dass der Sommer eigentlich noch nicht mit all seiner brutalen Luftfeuchtigkeit zurückgekehrt war. Jetzt haben wir ihn wieder hier, die brutale Sau. Und mit ihm zurückgekehr ist die Lust, einfach nur zu Hause zu sitzen und recht ausgedehnt Nix bis hin zu Garnix zu tun... Dies aber dann ganz hingebungsvoll.
Arbeiten muss ich natürlich trotzdem, und diese Gelegenheit habe ich dann auch am Freitag genutzt, mit der Kamera meines neuen(!) Mobiltelefons (jawohl, ich habe mich endlich mal entschieden) ein psychedelisch anmutendes, überaus verwackeltes Foto von meiner ersten selbstgenähten Frida aufzunehmen... Eine weitere Frida existiert bereits, noch weitere befinden sich in Planung. Frida schlägt Rømø in meiner persönlichen Gunst um Längen.
Mehr über FrauWollholz, fertige KüstenstreifenMeerRomanzenSocken, das Mobiltelefon, die Gründerzeit und den ganzen Rest schreibe ich momentan erst mal nicht. Das obige Bild muss für heute reichen.
Samstag Aug 14, 2010
Muh vs. Mühe
Vor einigen Wochen hörte ich eines schönen Morgens im Radio einen Beitrag über Mietkühe. Und dieser Bericht schlug in die selbe Kerbe, welche ein Artikel in irgendeinem Magazin ein paar Wochen zuvor hinterlassen hatte...
Der Zeitschriften-Artikel berichtete darüber, dass sich wohl Grüppchen von Stadtbewohnern zusammen getan haben, welche jeweils Miet-Anteile an einer springlebendigen Kuh erwerben. Der Kuhbesitzer-Landwirt würde die Kuh dann auf die Weide scheuchen, füttern, den Stall ausmisten, für Tierarzt, Kontrollen, Melken und Milchverarbeitung etc. sorgen. Und die Städter bekämen eben anteilig, was man aus der von der Kuh gegebenen Milch herstellen könne. Das könne mal mehr, mal weniger sein. Ich vermute mal, dass man das nicht immer unbedingt zuordnen muss, und dass es okay ist, wenn man weiß, dass man Milch von dieser oder jener Kuh-Herde bekommt, nicht unbedingt genau von DIESER Kuh.
Irgendwie fand ich das sympathisch. Da ich seit einigen Monaten (siehe Weltverbesserungsblogeintrag) wieder mehr über - für mich persönlich - Sinn ergebende Ernährung nachdenke, habe ich dann mal im Internet herumgesucht, ob ich denn nicht so ein Angebot in der Nähe finden könnte. Konnte ich aber leider nicht!
Trotzdem fand ich den Gedanken blöd, dass es da vielleicht ein relativ tageslichtfreies Gebäude geben soll, in welchem Dutzende von Kühen tagein, tagaus apathisch nur vor sich hinstehen und als lebende Milchfabriken genutzt werden sollen - ohne Freude, ohne Spass, vor sich hinleben für die Produktion. Nee, diesen Gedanken mochte ich nicht. Von daher habe ich in der letzten Zeit immer zur Biomilchproduktvariante gegriffen. Auch bei Joghurt, Käse und Co.
Und so war ich froh, als ich auf dem sogenannten Bauernmarkt dann keine heiratswütigen Landwirte (ausschließen kann ich es nicht, denn ich habe nicht nachgefragt!), sondern einen Demeter-Stand mit Biomilchprodukten von einem nahe gelegenen Hof fand. Und als ich interessiert nachfragte, ob man die Tiere denn tatsächlich auf der Weide angucken kommen könnte, wurde ich zum Vorbeikommen eingeladen und bekam einen Infoflyer mit der Adresse in die Hand gedrückt.
Und so kam es, dass der Mann und und ich dann gestern auf dem Neukahlenberger Hof waren. Und riesigen Kühen von Angesicht zu Angesicht gegenüber standen. Die Kühe hatten alle noch ihre tollen(!) Hörner. Und waren gerade just im Moment unserer Ankunft zum Melken von der Weide heimgekehrt (da waren wir dann leider etwas spät dran).
Es gab ziemlich viele Kühe, einen mächtigen Bullen und zig junge Kälber, noch jüngere Kälber und tatsächlich auch ein braungelocktes, lustiges Kälbchen, welches gerade mal acht Tage alt war! Und knuffige Nasen haben die! Also habe ich Kühe gefüttert und geflauscht. Auf dem Hof gab es auch noch mehrere verdammt neugierige und überhaupt nicht schottisch-furchtsam flüchtende Schafe. Und ein paar lustige Schweine.
Nach der ausgiebigen Flauschung sind wir dann nochmal zum Hofladen und haben vor Ort die Dinge gekauft, die wir dann sonst am Wochenmarkt-Stand kaufen. Und kennen fortan die Kühe, deren Milchprodukte wir so verbrauchen. Schön.
Natürlich ist der Hof vielleicht eher ein Ausnahmefall und ein "Demonstrationsbetrieb Ökologischer Landbau". Aber wenn alle hinrennen und nur noch bei diesen Öko-Betrieben kaufen, dann steigt mit der Nachfrage vielleicht auch das Angebot, weil die Leute merken, dass man damit vielleicht doch irgendwie ganz gut überleben kann...
Freitag Aug 13, 2010
Interessant
Die Haare haben eine interessante Farbe angenommen: am Ansatz ergibt sich ein rötlicher Kupferschimmer, in Längen und Spitzen schimmern sie grau-grün. Interessant wird hier übrigens in einem ähnlichen Wortsinne gebraucht, wie man es von dem angeblich chinesischen Fluch "may you live in interesting times" kennt... Nun denn.
Freitag Aug 13, 2010
Kraut und Rüben
Vielen Dank für die Worte zum Naturfriseur. Leider haben sie nichts genutzt. Ich habe mir natürlich keinen Termin dort genommen, sondern bin wieder mal fast spontan im nächstbesten Laden für Friseurequipment gelandet. Ich lungerte eine empfundene Ewigkeit vor der Farbtafel herum und griff dann endlich doch beherzt nach einer Tube.
Statt der üblichen "12/1" werde ich vermutlich in den nächsten Tagen das tragen, was mein Haar wohl aus "8/00" zu machen gedenkt. Und das Haar ist extrem launisch und eigenwillig! Der aktuelle Blick in den Spiegel (die Einwirkzeit läuft gerade) zeigt einen erstaunlich grünlichen Blondton, der meiner Naturhaarfarbe nur insofern ähnelt, als dass er ungefähr einen Ton dunkler ist. Es bleibt spannend...
Was den oben gezeigten Tisch angeht, so wurde dieser zwischenzeitlich mit anderen Möbeln umgeben (so mussten u.a. die Ivare zugunsten von weißen Expediten weichen). Und verschoben wurde er auch, so dass ich diesen nunmehr vor dem Fenster stehenden Tisch ausschließlich zum Horten, Nähen, Schneiden nutze. Und aus diesem Grund konnte ich gestern auch zu der Feststellung gelangen, dass so ein hübscher Vollholztisch sich in seiner Haptik quasi kaum bis garnicht von einer Schneidematte unterscheidet. Gnarf. Netterweise hat es nur die oberste Lackschicht erwischt...
Danach habe ich festgestellt, dass dünner T-Shirt-Jersey vermutlich eine Erfindung der Hölle sein könnte. Es bügelt sich doof, schneidet sich mies, rollt sich blöd und näht sich fies bis gar nicht. Bah. Gibt sich das eigentlich mit steigender Näh-Erfahrung? Oder pfeift man dann drauf? Und wie soll ich aus diesem Fiesel-Jersey eigentlich ein Schrägband formen??? Evil!
Erfreulich ist, dass ich im Nähmaschinenladen meines Vertrauens einzelne Unterfadenspulen erwerben kann - und zwar zu 40 Cent das Stück! Klar ist, dass sie zu diesem Preis natürlich nicht lange einzeln bleiben, sondern dass man doch fix 22 nimmt, damit die hübsche Aufbewahrungs-Box ja nur auch gefüllt ist.
Donnerstag Aug 12, 2010
Heinz? - Premium Pilzcontent!
Der Roman über "Das geheime Leben des Pilzes Heinz G." hat mich zutiefst in seinen Bann geschlagen. Und so kam ich nicht umhin, mich kürzlich im Wald mal genauer umzuschauen...
Aber warum geriet ich überhaupt in den Wald?
Ein rotes Kopftuch für die brausende Fahrt im Leopardil hatte ich natürlich immer noch nicht genäht, von daher schied die Variante mit Kuchen und Wein definitiv aus...
Aber so richtig weit weg war es dann doch nicht, denn auf meinen Wegen durch den Wald traf ich tatsächlich Wölfe! Es mag ja vielleicht Einbildung gewesen sein, aber ich fand, dass es in der Nähe der Wölfe an dem Tag auch mächtig nach Hundekacke gerochen hat... Daher aus Protest auch kein Bild der drei ermatteten Wölfe.
Nein, ich bin noch nicht vollends der Realität entglitten. Die Wölfe waren wirklich da. Es geschah nämlich bei Beginn des Abwanderns des Wolfsweges. Der "Wolfsweg" ist einer der sogenannten "Premiumwanderwege". Das klingt erst mal sperrig
und eckig. Tatsächlich sind die Premiumwanderwege aber ziemlich mäandernd,
winden sich an Bächen entlang, schlängeln sich durch eine enge Grat oder
führen durch herrlichen Wiesengrund. Oft aber alles. Nicht immer gleichzeitig, aber doch oft recht zügig nacheinander.
Die Bilder stammen sowohl vom Mühlenpfad, als auch vom Wolfsweg.
Donnerstag Aug 12, 2010
Gula oder Luxuria?
Während im Post untendrunter noch betroffen geguckt wird, wird in diesem Eintrag bereits wieder hemmungslos gefeiert... Ähem. Die Nähmaschine läuft jedoch nach Aussagen des Energieversorgers atomstromfrei.
Ich frage mich gerade, wie der vom kleinen Örtchen Schaffensfreude abzweigende Trampelpfad namens "LUST AM MEHR" so immens rasch zur A666, einer bekanntlich sechsspurigen Autobahn mit 25% Gefälle in Richtung gieriger Maßlosigkeit werden kann...
Garnprinzessin























