An und für sich ist das Stricken meine hedonistische Nische. Das Wollwiwawunderland ist mein buntes und feines Land, kein hellgraues, fluffiges Wölklein soll dort den Horizont trüben.
Unendlichen Diskussionen entziehe ich mich daher eher gerne mal, auch und gerade besonders durch Stimmenthaltung in hitzigen Foren oder durch ein striktes Kuscheltal-Regiment in meinem RSS-Reader. Ich mag ehrlich gesagt gar nicht so sehr ständig über Missstände in aller Welt informiert werden. Nicht ständig einem Aufreger den nächsten Aufreger folgen lassen. Will einfach nur hier sitzen und vielleicht noch ein paar bunte Sachen anschauen. Die Welt da draußen ist manchmal so bereits garstig.
Garstige Dinge (so sie denn Not tun könnten) schaue ich mir auf Nachrichtenseiten an. Ziemlich selektiv, was ganz gut ist (und wobei sich sicherlich das Fehlen eines Fernsehgerätes positiv auswirkt). Und oft gehe ich davon aus, dass es anderen Menschen sehr ähnlich gehen könnte/sollte/muss?!?
Nun ja. Jedenfalls bin ich heute bei all meiner Selektivität über etwas gestolpert, was mich den Frohsinn im Blog heute nicht aufrecht erhalten lassen möchte. Etwas, das mir nachgeht. Etwas, das definitiv nicht schön ist, aber auch superleicht zu ändern ist. Etwas, was mich wieder fragen lässt, ob ich hier wirklich eine Art Weltverbesserungsaufruf-Eintrag machen soll (von denen ich selbst ja die Allerwenigsten in anderen Blogs gerne lese). Oder ob ich einfach gar nix dazu sagen soll (was ich aber auch nicht möchte, da mich das Gesehene sehr bewegt hat). Hm.
Wer mag, kann sich gerne die Zeit nehmen und das erschreckende und wirklich ziemlich traurige Video mal anschauen. Wer hart ist, schafft es ja vielleicht auch bis zum Ende. Vielleicht mag mir jemand, der das tatsächlich getan hat, ja auch etwas dazu schreiben…
Vielleicht guckt es ja auch niemand. Könnte ich gut verstehen. Ehrlich jetzt. Ich habe auch erst mal geheult und dann fast gekotzt. Aber dennoch gibt es trotz all meinem hedonistischen Kuschelbloganspruch manchmal Sachen, die mir einfach zu wichtig sind, um einfach darüber hinwegzugehen…
Meine liebe Garnprinzessin,
Dein Blog, Deine Regeln, Deine Grenzen und Deine Vielfalt! Alles kann, nichts muss – und ich mag Deine Art zu schreiben sehr, auch wenn ich sehr genau weiß, wie das ist damit, was man noch schreiben möchte, bevor man überlegt, die Tastatur gar nicht mehr zu bewegen. Ich war nie in einem Schlachthaus, eine Freundin von mir musste dort berufsbedingt hospitieren und sie sagt, dass das voll und ganz schrecklich war. In meiner Kindheit war ich beim Schlachten von Kleintieren mit dabei. Ich habe gewusst, warum sie geschlachtet wurden, dass sie danach als Essen zubereitet werden, von dem auch ich esse. Alles lief ruhig ab, aber das war auch im privaten Rahmen, und ich fand es nicht schlimm, hatte auch kein Problem später mit dem Essen. So wie wir heute leben, ist noch den Wenigsten bewusst, was passiert, bis das Fleisch fertig verpackt in der Auslage liegt. Ich weiss von Jamie Oliver und Sarah Wiener, dass sie versuchen, gegen den Trend zu arbeiten, Kindern die Tiere vorher, während, danach zu zeigen. Voller Respekt für die Materie, das Lebensmittel, das Essen. Das finde ich legitim und vollkommen in Ordnung.
In Bezug auf Obst und Gemüse ist allerdings auch nur noch den Wenisten bewusst, wie und womit das in der Natur abläuft, dass z. B. Kartoffeln oder Möhren, die den durch die EU geschaffenen Normen nicht entsprechen, wieder unter den Acker gehoben werden. Auch das ist schlimm.
In Bezug auf die Ernährung als Ganzes driftet unsere Gesellschaft mehr als gefährlich ab. Anfangen kann man nur für sich selbst und versuchen, am eigenen Beispiel sein Umfeld zu überzeugen.
Ich mag Dich sehr.
Noch einmal herzlich, Ev
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Deshalb in Kurz:
Dein Blog, Deine Regeln, ich mag Dich sehr!
Herzliche, Ev
Ja, das ist sehr grausam, was da passiert und es sollte unterbunden werden. Aber: eine normale Schlachtung unter “guten” Bedingungen, bei der der erste Schuß sitzt (sitzen sollte) ist auch nicht besser. Es ist zwar eher die Todesstrafe als die Folter, aber ebenfalls kein schöner Anblick und das Verarbeiten des Tieres im Anschluss auch unter den hygenischsten Bedingungen nicht so doll. Ich komme vom Dorf, bei meiner Tante gab es damals noch Hausschlachtungen und wir Kinder mussten helfen. Als Kind, was damit aufwächst, macht man sich keinen großen Kopf um die Sache, aber ich fand’s trotzdem damals schon ekelig. In der Fleischtheke schön aufbereitet sieht man ja all das Unschöne nicht mehr, beim Schlachten schon…
Schlachten IST eine Hinrichtung, egal wie “gesetzmäßig” ausgeführt und es gehört nicht zu den schönen Dingen des Lebens.
Ich habe den Luxus, meine Nahrung frei wählen zu können – auf meinem Teller landet kein Tier.
Lg
Sonja
hmm. Hab lange überlegt ob ich dazu was sagen soll. Aber meine Kritik wäre zu kritisch…………
((
Jetzt passiert es doch:
Lasst PETA einfach noch ne Weile gegen Schächtungen schreien, dann ist die Chance größer noch mehr abgerutsche Bolzenschüsse vor die Kamera zu kriegen
Das soll jetzt nicht heissen dass ich NUR noch geschächtetes Fleisch haben will.
Ich war bei beidem schon dabei. ich weiss wie Tiere sterben und deswegen habe ich ausreichend Respekt vor meinem Schnitzel!
Ich bin gegen diese Fabrikzustände im Schlachthof. Ich bin gegen Massentierhaltung (und Masse sind bei mir schon 100 Rinder). Aber der Gesetzgeber erlaut mir auch keine Hausschlachtung. nicht zuletzt weil Organisationen wie PETA für das Verot dersselen gearbeitet haben.
Dann muss man eben damit leben das Metzger Müller am Tag 300 Rinder tötet und dabei mehr als einmal abrutscht. Scheisse ist das. Aber wohl so gewollt.
Ansonsten: ich mag PETA immer noch nicht. Das Video ist 6,16min lang und soll beweisen wie die letzten STUNDEN aussehen? Wie geht das denn?
Das Schwein zuckt noch? Das tun Kaninchen auch. Manchmal sogar noch, wenn das Herz schon lange draussen ist.
Enten und Hühner laufen auch ohne Kopf noch minutenlang und sehr sehr weit.