Schnittmuster

Angeregt von den vielen liebevoll genähten bunten Röckchen auf einer längst vergangenen Gartyparty suchte ich auf den sieben Weltmeeren und im zweiten Untergeschoss eines ortsansässigen Kaufhauses nach einfachen Anfängerschnittmustern.

 

(Online-Schnittmuster mögen auch super sein, aber wenn ich dann erst mal stundenlang auf dem Boden herumkreuchen muss, um 19 DinA4-Seiten mit einem halb eingetrockneten Klebestift an den richtigen Stellen (!) zusammenkleben, um das entstandene Dingsi dann wieder auseinander zu schneiden… Ähm, vielleicht für den Anfang doch eher ein fertiges Schnittmuster.)

 

Jedenfalls erwarb ich ein Schnittmuster mit dem Hinweis "Fast & Easy". Und einen Satz Schnittmusterfolie. Zu Hause angekommen entnahm ich das Schnittmuster seinem Umschlag und breitete es auf dem Boden aus. Um den Teil des auf Knien Herumkreuchens kam ich auch hierbei nicht ganz herum (weiter Rock, passte nicht auf den Tisch). Und fieserweise war die Schnittmusterfolie fast so dünn, dass sie sich auch bei der in der Wohnung vorherrschenden Windstille alleine durch das Ein- und Ausatmen wild hin- und herbewegte. Vermutlich sind diese Dinger auch noch mit Beipackzetteln verwandt. Die Eigenschaft, dass man sie nach Benutzung niemalsnienichtmehr in die ursprüngliche Faltung zurückzwingen kann, na, die teilen sie jedenfalls. Trotzdem werde ich mir vorbehalten, Schnittmuster (im Gegensatz zu Beipackzetteln) auch dann zu lesen, wenn sie die Gesamtlänge von 50cm überschreiten. Mittlerweile habe ich aber das Gefühl, dass das bei Schnittmustern vermutlich nicht der Fall sein wird.

 

Nun ja, jedenfalls habe ich dann auf der dünnen Folie herumgemalt. Für weitere Stunts dieser Art vertraue ich nun aber auf die im Baumarkt gekaufte "Bauplane", welche vermutlich x-fach so dick ist, dafür aber nur ein x-tel kostet. Dann habe ich Stoff zugeschnitten. Dann habe ich bemerkt, dass das Ganze wohl komplizierter wird.

 

Daher habe ich nicht mit dem Nähen begonnen, sondern neue Schnittmuster bestellt. Diesmal bei Farbenmix. Erst Frida und Lisa, nach extrem zügiger Ankunft der beiden Schnittmuster dann auch gleich Rømø und Langeneß… Wunderbares Papier, denn man kann beim unproblematischen Auseinander- oder gar Zusammenfalten sogar atmen! Abzeichnen ist ebenfalls kein Problem, und online gibt es sogar eine bebilderte Beschreibung, was man wann wie mit wem was zusammen nähen soll.

 

Trotzdem war ich von all dem so erschöpft, dass ein Blick auf den Stoffstapel nur noch Entsetzen auslöste. Denn ich stellte fest, dass ich bei meiner Hortung lediglich kleine Stückchen von bunten und auffälligen Stoffen gekauft habe. Und zwar immer den gewissen Hauch zu wenig von einer Sorte, als dass man daraus ein Röckchen nähen sollte/könnte/wollte…
 

Daher [begleitet von Frankfurter Applaus aus dem Off]: Mehr Stoff!

 

Vielen lieben Dank auch für die wohlmeinenden Kommentare der letzten Tage, ich habe sie alle freudig gelesen (und nur den/das Spam-Kommentar gelöscht).

2 Gedanken zu “Schnittmuster

  1. Wie spannend der nähende Werdegang doch ist. Keine Angst vor komplizierten Dingen. Die sind meist gar nicht so kompliziert. Man muss nur mal für kurz das Hirnkasterl ganz schlimm anstrengen, sich furchtbar konzentrieren, schlimm fluchen, gegebenenfalls auch mal auftrennen und dann aber auch stolz das Ergebnis bewundern. :-)
    Abgesehen davon kann man Bahnenröcke auch ganz wunderbar aus verschiedenen Stoffen mixen – da reichen dann auch kleinere Mengen. Trotzdem sage ich: Stoff ahoi!
    LG, mel

  2. Aber die Stofffitzelchen reichen meist gar nicht für eine Bahn… *heul* Vielleicht sollte ich die Bahnen einfach nochmal halbieren? Gar einen Halbbahnenrock entstehen lassen??? Danke für’s Mitfreuen sagt die Garnprinzessin