Mittwoch Aug 11, 2010
Wie geht das zusammen?
Moment. Gerade geht den Medien nach doch recht vielen Menschen auch hierzulande der Arsch auf Grundeis, weil in mittelweit entfernten Landen mit Radioaktivät verseuchte Landstriche in Flammen aufgehen.
Und hier wählt man tatsächlich und gegen besseres Wissen eine Regierung, welche allen Ernstes über eine LAUFZEITVERLÄNGERUNG der Atomkraftwerke nachdenkt?
Holla, von dieser Ambiguitätstoleranz bin ich tatsächlich schwer beeindruckt..
Und mit Verlaub: Ich finde das zum Kotzen.
Mittwoch Aug 11, 2010
Sammelsurium
- Das Leopardil hat großen Hunger auf Batterien. Hängt wohl irgendwie mit Musik zusammen, leider. Fehlentscheidung? Nein: Nö, ich nenne es weiterhin Herzenskauf!!!
- Im Bioladen-Heft sehe ich immer so Anzeigen von Naturfriseuren. Geht irgendjemand hin? Bringt es mehr als Kraut & Rüben?
- Die Fachtermini von, ach nein, generell: Gespräche mit Physiotherapeuten (meint: ihre diagnostischen Fragen) wirken auf mich so fremd, als hätte man bei mir um Auskunft über ungeschriebene Sitten und Gebräuche der Ming-Dynastie angefragt. Ähnlich detailliert kann ich dann auch Auskunft erteilen.
- Unwürdig, wenn man in Feld, Wald und Wiese von augenscheinlichen Rentnern überholt wird. Noch unwürdiger: Am Folgetag vor Muskelkater fast umzukommen. "Rente mit 67" scheint mir trotzdem keine gute Lösung für dieses Problem zu sein.
- Erwische mich nun regelmäßig beim Hortungskauf von Koch- und Backbüchern. Lauere nun auf den Tag, an welchem ich diese auch einsetze.
- Näh- und Strickwahn weiterhin ungebrochen gut, Bilder bald.
Sonntag Aug 01, 2010
Unbequem
Normalerweise bin ich keine Leserbriefschreiberin. Und als eine der gelegentlich von mir gelesenen Zeitschriften relativ innovativ dazu überging, keine professionellen Fotomodelle, sondern andere hübsche Menschen zu zeigen, erging ich mich nicht in seitenlangen Elogen, sondern abonnierte.
Vorgestern stolperte ich in einer Kurzmeldung zur Nachfolge in Hausarztpraxen jedoch über die Formulierung "Außerdem müsse es für Frauen bessere Betreuungsmodelle geben und die Bezahlung müsse verbessert werden." Schmerz!
Ich griff, was wohl meiner Abneigung des Leserinnenbriefschreibens geschuldet ist, einfach zum Telefonhörer und liess mich mit der zuständigen Person verbinden. Ich trug mein durch diesen Satz ausgelöstes Unbehagen kurz vor: Ich fühle mich momentan nicht so, als dass ich einer Betreuung bedürfe. Vielleicht in vielen Jahren oder im Krankheitsfall, momentan jedoch eher nicht.
Vermutlich ließ ich bei meinen knappen Ausführungen einen zu großen Spielraum für Interpretationen, denn daraufhin erklärte mir der Mann am Telefon mit beruhigender Stimme, dass damit doch tatsächlich die Betreuungsmodelle für Kinder gemeint seien, damit die Frauen besser arbeiten könnten...
Dann bin ich richtig explodiert.
Es folgte ein kleiner, aber sehr deutlicher Exkurs zur bei Menschen durchaus zweigeschlechtlichen Art der Fortpflanzung, und der seit ungefähr dem letzten Jahrhundert im westlichen Kulturkreis vorherrschenden Meinung, dass Frauen nicht betreut werden müssen und Kinder durchaus nicht nur Frauensache, sondern ein Thema für alle beteiligten Geschlechter sind - ja, auch das männliche Teil (wenn man mal von gleichgeschlechtlichen Partnerschaften mit Kindern absieht - die gibt es durchaus). Darüberhinaus eine deutliche Absage an "ja, gemeint war es ja so"-Ausflüchte mit dem Hinweis, dass ein öffentliches Nachrichtenangebot sich sicherlich einen genaueren Umgang mit der deutschen Sprache erlauben sollte...
Danach wurde es geändert. Immerhin... Momentan habe ich weder Praxis noch Kinder, aber trotzdem: Schlimm!!!
Die Illustration zeigt ein Werk von Niki de Saint Phalle. Zur Zeit gibt es auf/in einer nahen französischen Burg noch ein Ausstellung, welche sehr lohnenswert ist. Andermal mehr dazu.
Donnerstag Jul 29, 2010
Krass!
Kurzer Zwischenruf, kein wirklicher und echter Blogeintrag. Ein Blogeintrag folgt aber bald auch wieder. Zurück:
Was mich zu dem "Krass!" bringt, ist wohl die relative Neuigkeit (jedenfalls ist es für mich gerade eben sehr neu gewesen), dass Sibel Kekilli die Shae spielt...
(Dieser Eintrag betrifft eine HBO-Serie nach dem ersten Buch "A Game Of Thrones" der Romanreihe "A Song Of Ice And Fire" des Autors George R. R. Martin.)
Ich finde es eine schöne Besetzungsidee. Hoffentlich sieht man bald mal mehr als nur den Trailer der Serie auf der HBO-Homepage...! Es muss da draußen doch noch mehr Leute geben, die die (bislang leider immer noch qualvoll unvollendete) Reihe gelesen haben, oder? Irgendjemand hier?
Montag Jul 19, 2010
Schnittmuster
Angeregt von den vielen liebevoll genähten bunten Röckchen auf einer längst vergangenen Gartyparty suchte ich auf den sieben Weltmeeren und im zweiten Untergeschoss eines ortsansässigen Kaufhauses nach einfachen Anfängerschnittmustern.
(Online-Schnittmuster mögen auch super sein, aber wenn ich dann erst mal stundenlang auf dem Boden herumkreuchen muss, um 19 DinA4-Seiten mit einem halb eingetrockneten Klebestift an den richtigen Stellen (!) zusammenkleben, um das entstandene Dingsi dann wieder auseinander zu schneiden... Ähm, vielleicht für den Anfang doch eher ein fertiges Schnittmuster.)
Jedenfalls erwarb ich ein Schnittmuster mit dem Hinweis "Fast & Easy". Und einen Satz Schnittmusterfolie. Zu Hause angekommen entnahm ich das Schnittmuster seinem Umschlag und breitete es auf dem Boden aus. Um den Teil des auf Knien Herumkreuchens kam ich auch hierbei nicht ganz herum (weiter Rock, passte nicht auf den Tisch). Und fieserweise war die Schnittmusterfolie fast so dünn, dass sie sich auch bei der in der Wohnung vorherrschenden Windstille alleine durch das Ein- und Ausatmen wild hin- und herbewegte. Vermutlich sind diese Dinger auch noch mit Beipackzetteln verwandt. Die Eigenschaft, dass man sie nach Benutzung niemalsnienichtmehr in die ursprüngliche Faltung zurückzwingen kann, na, die teilen sie jedenfalls. Trotzdem werde ich mir vorbehalten, Schnittmuster (im Gegensatz zu Beipackzetteln) auch dann zu lesen, wenn sie die Gesamtlänge von 50cm überschreiten. Mittlerweile habe ich aber das Gefühl, dass das bei Schnittmustern vermutlich nicht der Fall sein wird.
Nun ja, jedenfalls habe ich dann auf der dünnen Folie herumgemalt. Für weitere Stunts dieser Art vertraue ich nun aber auf die im Baumarkt gekaufte "Bauplane", welche vermutlich x-fach so dick ist, dafür aber nur ein x-tel kostet. Dann habe ich Stoff zugeschnitten. Dann habe ich bemerkt, dass das Ganze wohl komplizierter wird.
Daher habe ich nicht mit dem Nähen begonnen, sondern neue Schnittmuster bestellt. Diesmal bei Farbenmix. Erst Frida und Lisa, nach extrem zügiger Ankunft der beiden Schnittmuster dann auch gleich Rømø und Langeneß... Wunderbares Papier, denn man kann beim unproblematischen Auseinander- oder gar Zusammenfalten sogar atmen! Abzeichnen ist ebenfalls kein Problem, und online gibt es sogar eine bebilderte Beschreibung, was man wann wie mit wem was zusammen nähen soll.
Trotzdem war ich von all dem so erschöpft, dass ein Blick auf den Stoffstapel nur noch Entsetzen auslöste. Denn ich stellte fest, dass ich bei meiner Hortung lediglich kleine Stückchen von bunten und auffälligen Stoffen gekauft habe. Und zwar immer den gewissen Hauch zu wenig von einer Sorte, als dass man daraus ein Röckchen nähen sollte/könnte/wollte...
Daher [begleitet von Frankfurter Applaus aus dem Off]: Mehr Stoff!
Vielen lieben Dank auch für die wohlmeinenden Kommentare der letzten Tage, ich habe sie alle freudig gelesen (und nur den/das Spam-Kommentar gelöscht).
Sonntag Jul 18, 2010
Wenn Du zum Stoffe gehst...
...vergiss das Bügeleisen nicht!
Da ich seit Jahr und Tag (und auch etwas darüber hinaus) bereits Stoffe horte, welche ihrer baldigen Vernähung harren, sind das eigentlich schon ganz schön viele. Über Hamsterkäufe berichtete ich ja bereits. Aus den vorrätigen Unmengen wurde lediglich Stoff für zwei Kirschkernkissen und einen Einkaufsbeutel herausgelöst (aber das ist vermutlich auch schon wieder verjährt). Einen Anlass für Waschen und Trocknen sah ich also bislang nicht wirklich.
Und jetzt, jetzt löst die neue Nähmaschine Phantasmagorien von schönen, einfach zu nähenden Anfängerröckchen aus. Um nach dem Nähen nicht mit einer verblüffenden Schrumpfung durch Waschen und Trocknen konfrontiert zu werden, sah ich den großen Waschtag gekommen.
Und so kam es, dass ich heute vom frühen Morgen bis zum mittleren Nachmittag viele, viele Meter Stoff bügelte. Und bügelte. Und bügelte. Und dies, wo ich doch zu privaten Zwecken üblicherweise überhaupt nicht bügele! Meint: Garnicht. Seit vielen, vielen Jahren nicht. Und werde es vermutlich auch weiterhin nicht tun, wenn es nicht um frische, vernähbare Stoffe geht. Die machen natürlich Freude dabei. Jedenfalls habe ich heute meine ersten Lektionen in Bügeln gelernt, und ich vermute, es werden nicht die letzten Lektionen sein. Zum Nähen kam ich natürlich nicht...
Gibt es dazu eigentlich auch kluge Bücher? Und liest die jemand? Oder reichen die Informationen, dieses Wikipedia-Artikels, welche man dann getrost in die linke hintere Ecke seines Gedächtnisses packt, um dann doch ganz anders und ggf. sogar dilettantisch mit dem Stoff zu verfahren? Und welchen besonderen Aufwand treibt die werte nähende Leserschaft?
Thema Schnittmuster:
Ganz aktuell befinde ich mich in einem Schnittmuster-Kauf-Wahn, morgen mehr...
Samstag Jul 17, 2010
Nähorama
Ich mag die tausendunddrei Möglichkeiten des Online-Versandes ja schon sehr gerne. Man kann damit einer schier unübersichtlichen Auswahl schneller den Garaus machen (z.B. bei externen Festplatten). Man kann sich damit Sachen herbeiordern, welche so in der Nähe nicht feilgeboten werden (z.B. Räucher-Tofu-Krumen für Nicht-Speck-Soßen). Man kann damit Dingen ein zweites Leben geben, welche sonst wohl keine Verwendung mehr gefunden hätten (z.B. einem gebrauchten und von mir mittlerweile hochgeschätzten Lederrucksack).
Aber bei technischem Gerümpel, welches meine bisherigen Problemlösekompetenzen übersteigt (z.B. Nähmaschinen)? Tja, da setze ich dann doch lieber auf den ortsansässigen Fachhandel, auch wenn ich dann für Personal und Ladenlokal eventuell doch einen (eher geringfügig) höheren Preis zahle. In der Theorie stelle ich mir da nämlich vor, wie ich mit der potentiellen Nähmaschine unter dem Arm nicht über Los gehe (was an dieser Stelle großen "Spaß" mit diversen Paketversendeunternehmen bedeuten würde), sondern direkt zum Laden vorrücke...
Und wie bereits angedeutet, so hat sich am Donnerstag eine gute Gelegenheit ergeben, bei Frau und Herrn Thiele einmal ganz kurzfristig zum Probenähen vorbeizuschauen.
Ausgeguckt hatte ich mir die bei Farbenmix als für Anfänger geeignet beschriebene Brother XL 5500 SE. Die stand auch im Schaufenster, war also vorrätig. Und dann saß ich dort, wo man auf der Homepage des Lädchens den schwarzbezogenen Hocker sehen kann und nähte trotz mangelnder Kenntnisse zur Probe. Die Maschine war ganz schnuffig, im Nähverhalten viel besser als das vorher von mir bediente Supermarktmodell. Sehr schön! Ausreichend für meine Kenntnisse und Zwecke, wollte ich gerne haben. Der Mann, welcher das Supermarktmodell ja bereits besass, bevor wir uns kennenlernten, fand diese Entscheidung auch gar nicht schlecht.
Herr Thiele verführte uns dann aber auch noch zu einem Probenähen auf der Brother Innov-ís 10 Anniversary. Ebenfalls ein Einsteigermodell, jedoch bereits deutlich komfortabler in der Bedienung (man kann einen Knopf reinstecken und heraus kommt in einem Schritt ein fertiges Knopfloch! - für mich sah das spektakulär aus, auch wenn ich vermutlich gar nicht soo viele Knopflöcher nähen werde. Wobei... Hm. Jetzt, da ich es ja einfach könnte...). Die Unterfadenspule stopft man einfach rein, muss den Faden nicht selbst nach oben prokeln. Und mit LED-Beleuchtung (nein, nicht blau). Außerdem war sie leiser als das andere Modell. Okay. Und nun isse natürlich uns.
Mit dem Angebot, jederzeit gerne mit der Maschine anrücken zu können, falls ich nicht damit zurecht komme. Und nach 12 und nach 24 Monaten zu einer kostenlosen Maschinensäuberung samt Feinjustierung (falls benötigt) kommen zu können. Das klingt sehr, sehr gut und beruhigend.
Und jetzt treibt mich nur noch die Wahl eines geeigneten ersten Nähprojektes um... Das ist gar nicht so einfach, aber ein paar Ideen habe ich bereits!
Garnprinzessin

















