Mittwoch Dez 30, 2009
Das geht vorbei
Am diesjährigen Heiligabendmorgen besuchte ich meine allerbeste Jugendfreundin und Exmitbewohnerin zum allerletzten Mal. In der letzten Zeit haben wir uns alle Jubeljahre mal gesehen. Sicher hatten wir uns in den letzten Jahren ein klein wenig auseinander gelebt - na gut, vielleicht auch mehr als das. Jedoch gab es keinen Streit, sondern nur das friedliche, fast unmerkliche Auseinanderdriften der verschiedenen Leben. Trotzdem wollte ich mich von ihr verabschieden.
Anfang April stellte man ihr die Diagnose Leukämie. Doch zeigte nicht eine der neun Chemo-Therapien den gewünschten Erfolg. Und auch die durchgeführte Knochenmarkstransplantation erwirkte leider keine Heilung.
Ich weiß nicht, ob meine beste Jugendfreundin am Heiligabendmorgen getragen vom Morphinteppich überhaupt noch mitbekommen hat, dass ich sie besucht habe, dass ich ihr etwas gesagt habe, ihre Hand gehalten habe. Aber es war wichtig und richtig und gut.
Noch an Weihnachten ist sie dann gestorben. Hinterlässt dabei Mann, zwei kleine Kinder, ein kaum angebrochenes Leben, ach was, je nach Zählart auch gleich drei davon...
Heute dann die Beerdigung. Leider trösten mich Glaubensrituale ja wesentlich weniger, als ich mir das so wünschen würde. Wäre schön, felsenfest einen prima Sinn dahinter vermuten zu können. Aber Kiste in Erde ist Kiste in Erde - ist blöd. Punkt.
Das Wichtigste: Meistens war es schön mit ihr!
Was mir nun seit Tagen im Kopf rumgeht, ist dieser miese, lausige, blöde Witz, welchen die oben erwähnte Dame anlässlich einer großen Trunkenheit auf einer ausgearteten WG-Feierlichkeit mit über hundert Gästen deutlich (und damit meine ich DEUTLICH!) mehr als ein Mal zum Besten gab:
Treffen sich zwei Planeten, sagt der eine: "Du siehst aber schlecht aus, bist ja ganz grün und blau!"
Sagt der andere Planet: "Oh weh, ich habe Homo Sapiens..."
Sagt der erste Planet wieder: "Ach, das geht vorbei..."
Und gerade weil es so schnell vorbei gehen kann, möchte ich mir 2010 vielleicht ausnahmsweise doch mal etwas vornehmen; ein wenig inspiriert von einem Film, in welchem es um Erinnerung, Vergänglichkeit und Autonomie geht: I want more life, fucker!
Dienstag Dez 29, 2009
Bonus-Material
Das klingt nach Bettlägerigkeit mit einer hübschen, kleinen, wunderbar-schnuckeligen Erkältung? Korrekt!
Seit zweieinhalb Wochen habe ich
nun arbeitsfrei, der Erholungswert strebt allerdings nicht mal gen
Null. Noch nicht. Momentan befinde ich mich im negativen
Erholungsbereich, bin gestresster und angespannter als vorher. Wenn ich
Glück habe, pendelt es sich zu Ende des Urlaubs nochmal auf Null ein,
und ich kann wenigstens wieder ähnlich unfit und kaputt arbeiten gehen,
wie ich diesen grauenvollen Urlaub in der Mitte des Dezembers angetreten habe. Und mit der kleinen Erkältung hat das leider überhaupt gar nix zu tun. Die ist quasi Bonus-Material...
Dienstag Dez 22, 2009
Bedrohung
Dienstag Dez 22, 2009
Kirschblütensturm II
Der Kirschblütensturm wuchs bis zu einer vollständigen... Na, wie sagt man denn da? Eine Wiederholung ist es ja nicht, denn es ist ja die erste Ausführung? Na, jedenfalls habe ich das erste Chart des Basketweave-Patterns ein Mal gestrickt. Und dann habe ich, wie ich eigentlich zwischenzeitlich schon vermutet hatte, festgestellt, dass ich das so nicht mag.
Es liegt nicht an dem Muster, denn das macht sich mit der Wolle zusammen ganz prima. Es liegt auch nicht an den Perlchen (Welch fiese Fummelei! - "inige von denen haben eine zu kleine Einzugsdurchzugsdingsdaöffnung!). Es lag daran, dass ich vermutlich irgendwo einen Umschlag zu viel oder ein Zusammenstrickdingsi zu wenig hatte. Und dann verrutschte das Muster irgendwie und ich fand, es sah blöd aus...
Der Mann meinte, dass das sonst wohl niemand bemerkt, aber ich bemerke das sehr wohl, und von daher ist nochmal alles auf Anfang...
Montag Dez 21, 2009
Kirschblütensturm
Und hier das letzte der aktuell in Arbeit befindlichen Projekte (nun ja, ich werde es bald beginnen).
Schöne, flauschig-glatte (na, so irgendwie schon beides) graue Merinolacewolle wird zu Hanami werden. Schwarz fand ich für das Muster zu hart, weiß will auch nicht so recht passen. Also nehme ich ein freundliches, mittleres Grau (ich berichtete ja über die aktuelle graue Phase).
Die Wolle ruht da gerade in der klassischen Strickschüssel vom schwedischen Einrichtungsdingsi. Es gibt auch noch einen zweiten Strang (nee, mittlerweile sind es ja Knäuel) davon, welchen/-es ich aber hoffentlich nicht brauchen werde.
Und Perlchen habe ich gekauft. Bei Perlchen merkt man dann doch mal wieder, in welcher Stadt man sich befindet... Ich sage nur: Hintern! Was aber wohl daran liegt, dass in dieser Stadt generell viel zu wenig / selten gebastelt, gehandwerkt und gesonstwast wird, sonst würden solche Läden doch gülden vor sich hin prosperieren statt geschlossen zu werden.
Jedenfalls habe ich mir nun online japanische Midingsi-Perlen geordert, eine von den drei georderten Farbnuancen/-schattierungen/-versionen schaut auch ganz schön aus. Es handelt sich dabei um so durchsichtig-graue Perlen mit Silbereinzug. Wobei ich, da ich es per Monitorbild nicht gut beurteilen konnte, noch klare Perlen mit Silbereinzug und regenbogenschimmernde Perlen bestellt hatte. Aber die durchsichtig-grauen Perlchen gefallen mir besonders gut in Kombination mit der Wolle.
Gestrickt werden wird wohl die "normale Version", also sowohl die sehr geometrisch strenge Basketweave-Sektion, als auch die wilde Kirschblüten-Auflockerung, wobei ja gerade der Übergang den Reiz des Musters ausmachen dürfte.
Hach, ich freue mich schon sehr auf das Tuch. Und ich hoffe, dass ich mich diesmal auch zusammenreißen kann und mich die Perfektion nicht wieder dazu bringt, das Teil entnervt in eine Ecke zu verbannen.
Und um mal ehrlich zu sein: Eigentlich landet bei mir nahezu jedes größere Strickstück letztendlich in irgendeiner Verbannungs-Ecke. Nicht, weil mir das Strickstück nicht mehr gefiele. Nein. Irgendwann bemerke ich einen Fehler und bin ziemlich gelangweilt/genervt/brüskiert, meist sogar mehrere Gefühle gleichzeitig. Dann mag ich nicht sofort zurückstricken. Und manchmal wüsste ich auch garnicht, wohin ich zurückstricken müsste. Und dann mache ich eine Pause und - schwupps - sind zwei bis drei Jahre vergangen und das Teil ist immer noch nicht gestrickt (siehe Simple Knitted Bodice).
Seltsamerweise war ich zu Beginn der Strickerei gnädiger und habe auch mal ein Teil samt fehlerartiger Abweichung fertig gestrickt (auch z.B. eine fettwollige Weste nach Glampyre). Es bleibt also ungewiss, ob es irgendwann das Kirschblütenfest auch wirklich und tatsächlich geben wird...
Aber hey, momentan ist der Gedanke daran sehr aufmunternd und schön. Und das ist ja auch nicht Nichts.
Montag Dez 21, 2009
Wie Hund und Katz'
Mein Urlaubsgeist schweift so durch die Gegend, und manchmal tun sich dabei ja auch seltsame Fragen auf...
Wenn ich ein Photo anschaue, auf welchem Hund oder Katze gezeigt werden, dann kann ich innerhalb einer sehr, sehr kurzen Zeitspanne eine sehr, sehr sichere Entscheidung treffen, um was es sich dabei handelt. Eben halt, ob auf dem Bild Hund oder Katze zu sehen sind.
Woran liegt das denn?
Weiter gefasst kann man sicherlich sagen, dass es bei der Entscheidung um eine "Klassenentscheidung" geht, die Entscheidung ob das Tier in die Klasse der "Tiere: Katze" oder in die Klasse der "Tiere: Hund" hineinfällt. Erfüllt das Tier die Klasseninklusionsmerkmale (also ein paar Kriterien, die eben nur z.B. von Katzen oder z.B. nur von Hunden erfüllt werden), so ist es mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ein Hund oder eben eine Katze. Soweit die Theorie.
Aber wie sieht das nun "praktisch-theoretisch" bei Hunden und Katzen aus? Welche Klassenmerkmale sind so hinreichend, dass man daraus eine Entscheidung treffen kann? An Geruch, Bewegung, Verhalten störe ich mich hierbei gar nicht, denn die Entscheidung kann man ja auch bei einem Photo treffen. Also was macht die Katze katzig und den Hund hundig?
Spitze vs. runde Ohren? Es gibt auch Hunde mit spitzen Stehohren (z.B. Schäferhund). Hunde mit langem Fell. Hunde mit kurzen oder kaum vorhandenen Nasen. Hunde mit Schwänzen. Hunde mit Hundebarthaaren (wobei mir Schnurrhaare schon sehr speziell zu sein scheinen). Hunde in allen Größen (und besonders kleine Hunde gibt es auch). Hm.
Vielleicht hat ja jemand eine genauere Distinktionsgabe und kann mir kurz schreiben, welche optischen Merkmale mich die Entscheidung zwischen Katze oder Hund so unfassbar schnell treffen lassen, so dass es mir gar nicht bewusst ist?
Sonntag Dez 20, 2009
Wüste Winzbraut
Hier ein Blick auf meine "Windsbraut Wüstenhimmel", welche ich mir aus Drachenwoll'scher Maulbeer-Haspelseide zu Stricken gedenke.
Wer schon länger liest, kennt vielleicht mein gespaltenes Verhältnis zu Seidenprodukten. Aber sie fasst sich sehr schön an, und ich konnte nicht widerstehen.
Geärgert habe ich mich darüber, dass ich irgendwo einen Fehler reingestrickt habe, ihn aber partout nicht finden konnte. Bis ich dann das Photo gemacht habe. Und wer genau hinschaut, findet vermutlich auch den Fehler. Doch, so offensichtlich ist der. Hui! Dieser Tage also vielleicht doch weiterstricken. Der innere Pedant...
Garnprinzessin















